Der Ausbilderschein kostet dich je nach Weg zwischen rund 200 € und über 1.500 €. Die Prüfungsgebühr der Kammer ist dabei nur der kleinere, feste Teil. Den größeren Posten bestimmst du selbst: die Vorbereitung. Sie reicht vom kostenlosen Selbststudium über Online-Angebote bis zum Präsenzlehrgang mit mehreren Terminen. Auf dieser Seite findest du alle Kostenblöcke, die Unterschiede zwischen IHK und Handwerkskammer, Fördermöglichkeiten, die steuerliche Seite und drei Beispielrechnungen.
| Kostenblock | Typische Spanne | Pflicht? |
|---|---|---|
| Prüfungsgebühr der Kammer (schriftlich + praktisch) | grob 150–300 €, je nach Kammer | ja |
| Vorbereitung (Kurs, Online-Material oder Selbststudium) | 0 € bis über 1.000 € | nein |
| Nebenkosten (Fachliteratur, Material für die Unterweisung, Anfahrt) | 20–100 € | teilweise |
| Verdienstausfall bei Kursen in Arbeitszeit oder Urlaub | individuell | nein |
Alle Beträge sind Orientierungswerte. Jede Kammer setzt ihre Gebühren selbst fest und ändert sie regelmäßig. Verlass dich deshalb nicht auf Pauschalzahlen aus dem Netz, auch nicht auf diese hier. Vor der Anmeldung lohnt ein Blick in die aktuelle Gebührenordnung deiner Kammer.
Die Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) nimmt die zuständige Stelle ab. Das ist für gewerbliche, kaufmännische und die meisten dienstleistenden Berufe die Industrie- und Handelskammer (IHK), für Handwerksberufe die Handwerkskammer (HWK). Es gibt keine bundeseinheitliche Gebühr. Jede Kammer beschließt eine eigene Gebührenordnung, die Kosten für Prüfungsausschuss, Räume, Aufsicht, Organisation und Bescheid abdeckt.
Was du dabei beachten solltest:
Wo du dich anmeldest, hängt vom Beruf ab, für den du ausbilden willst, oder von deinem Betrieb. Wer kein Handwerker ist, landet in der Regel bei der IHK. Auch ob du als Prüfling von außerhalb angenommen wirst, entscheidet die Kammer. Mehr zur Anmeldung steht im Artikel Ausbilderschein Voraussetzungen.
Die Prüfung ist ohne Vorbereitungskurs zugänglich. Ein Kurs ist also kein Zulassungsgrund, sondern eine Entscheidung über Lernform und Budget. Es gibt vier gängige Wege.
Vollzeit oder berufsbegleitend, meist zwischen 400 € und über 1.000 €, teils plus Lehrgangsmaterial. Je nach Anbieter umfasst das Programm grob um die 100 Stunden. Vorteile: fester Rahmen, Austausch mit anderen Teilnehmern, Übung der Unterweisung vor einer Gruppe. Nachteile: Terminbindung, Anfahrt und bei Vollzeitmodellen oft Urlaub oder Verdienstausfall. Wer zu Hause schlecht plant, profitiert vom festen Takt.
Fernlehrgänge und Webinar-Modelle liegen häufig im mittleren Preisbereich. Du sparst die Anreise und behältst feste Termine. Prüfe die Vertragsbedingungen genau: Laufzeit, Kündigung und ob der Anbieter für Fernlehrgänge zugelassen ist. Wer einen Fernlehrgang bucht, sollte das Zulassungsdatum bei der Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) nachsehen.
Typischerweise 30 bis 200 €. Du lernst, wann es in deinen Alltag passt. Wichtig ist, dass das Material beide Prüfungsteile abdeckt. Viele Angebote trainieren vor allem die Fragen des schriftlichen Teils. Für die Unterweisung und das Fachgespräch musst du dir dann Methoden, Konzeptvorlage und Übungsmöglichkeiten selbst besorgen.
Möglich, mit Fachbuch aus der Bibliothek, kostenlosen Zusammenfassungen und viel Disziplin. Rechne den Zeitaufwand ehrlich dagegen. Ein Buch aus der Stadtbücherei kostet nichts, ersetzt aber keine Übung im Erklären. Auf unserer Seite findest du für den Einstieg die kostenlosen Zusammenfassungen der vier Handlungsfelder und kostenloses Prüfungswissen zu Ablauf, Methoden und Konzept.
| Merkmal | Präsenzlehrgang | Online-Selbststudium |
|---|---|---|
| Kosten der Vorbereitung | oft 400 € bis über 1.000 € | 0 € bis ca. 200 € |
| Anfahrt und Ausfall | möglich, teils Urlaub nötig | kaum |
| Zeiteinteilung | fest | frei |
| Übung der Unterweisung vor Menschen | direkt in der Gruppe | musst du selbst organisieren |
| Disziplin nötig | mittel | hoch |
| Passt für | wer feste Gruppe und Termine braucht | Berufstätige, Schichtarbeit, Eltern |
Ein Kompromiss kostet wenig und wirkt viel: Bereite dich online vor und übe die Unterweisung real vor einer Person aus Familie oder Betrieb. So bekommst du die Praxis ohne den Preis eines Präsenzlehrgangs. Für den schriftlichen Teil gibt es bei uns 400 Übungsfragen und eine Prüfungssimulation, die ab dem Paket Komplett enthalten sind. Für Fachgespräch und Unterweisungskonzept haben wir den KI-Sparringspartner und den Konzept-Check. Das Paket Komplett kostet 29 €, Premium 49 €, jeweils einmalig für 12 Monate Zugang, ohne Abo. Der Einstieg ist kostenlos.
Wenn dein Betrieb dich als Ausbilder einsetzen will, liegt die Kostenübernahme nahe. Üblich ist, dass der Arbeitgeber Prüfungsgebühr und Kursgebühr trägt und teilweise Arbeitszeit freigibt. Manche Betriebe verlangen dafür eine Rückzahlungsvereinbarung, falls du kurz nach der Fortbildung kündigst. Solche Klauseln sind nur unter engen Voraussetzungen zulässig, lass sie im Zweifel prüfen. Frage vor dem Kauf nach und klär schriftlich, wer was zahlt.
Die AEVO allein ist in der Regel nicht als eigenständige Fortbildung förderfähig. Ist sie aber Teil einer geförderten Aufstiegsfortbildung (z. B. Meister, Fachwirt), kann sie über deren Maßnahmenbeitrag mit berücksichtigt sein. Ob das in deinem Fall gilt, klärst du mit dem zuständigen Amt oder deiner Kammer. Mit dem Antrag solltest du nicht warten, bis du die Rechnung hast.
Arbeitsuchende können im Einzelfall über die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein erhalten, wenn die Maßnahme notwendig ist, um die Eingliederung zu verbessern, und der Träger zertifiziert ist. Es gibt keinen Anspruch. Sprich vor einer Buchung mit deinem Arbeitsvermittler, nicht nachher.
In den meisten Bundesländern gibt es einen Anspruch auf bezahlte Freistellung für anerkannte Weiterbildung (Bildungsurlaub, Bildungszeit). Ob ein bestimmter Kurs anerkannt ist, hängt vom Bundesland und vom Angebot ab. Vorsicht: Nicht jede Vorbereitung auf die AEVO ist anerkannt, und manche Länder haben keine solche Regelung. Das musst du im Einzelfall prüfen.
Manche Länder und Kommunen, Berufsverbände und Stiftungen fördern Weiterbildungen. Auch Betriebsräte oder Tarifverträge sehen mitunter Zuschüsse vor. Ein Anruf bei der Kammerberatung lohnt sich, sie kennt oft regionale Programme.
Kosten für den Ausbilderschein sind steuerlich absetzbar, wenn die Fortbildung beruflich veranlasst ist. Als Arbeitnehmer machst du die Ausgaben in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend, als Selbstständiger als Betriebsausgaben. Absetzbar sind in der Regel:
Hebe Rechnungen, Gebührenbescheid und Teilnahmebescheinigung auf. Hat der Arbeitgeber die Kosten schon erstattet, darfst du sie nicht doppelt ansetzen. Wie viel du am Ende zurückbekommst, hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab. Im Zweifel hilft ein Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater. Das ist keine Steuerberatung, sondern ein Überblick.
Besteht ein Prüfungsteil nicht, kannst du ihn wiederholen. Die Wiederholung kostet bei der Kammer in der Regel erneut Gebühr, meist nur für den betroffenen Teil. Wie genau abgerechnet wird und ob bestandene Teile angerechnet werden, regelt die Prüfungsordnung deiner Kammer. Die AEVO verlangt zum Bestehen, dass jeder Prüfungsteil mindestens mit „ausreichend“ bewertet wird. Ein guter schriftlicher Teil gleicht einen schwachen praktischen Teil also nicht aus.
Wiederholungskosten sind der beste Grund, die praktische Prüfung nicht zu unterschätzen. Viele Prüflinge bereiten den schriftlichen Teil gründlich vor und improvisieren die Unterweisung. Wer schon vor der Prüfung weiß, wie das Fachgespräch läuft, spart sich möglicherweise die zweite Gebühr. Mehr dazu: Fragen im AEVO-Fachgespräch und Themen für die praktische Prüfung.
Die Zahlen sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Angebote. Setze deine echten Werte ein.
Sparsam: Prüfungsgebühr 200 € + Online-Material 30–100 € + Fachbuch 30 € + Material 20 € = etwa 280–350 €. Steuerlich absetzbar, Zeitaufwand hoch, Übung der Unterweisung selbst organisiert.
Ausgewogen: Prüfungsgebühr 250 € + Online-Vorbereitung mit Live-Terminen 300–500 € + Material und Literatur 60 € = etwa 610–810 €. Teilweise vom Arbeitgeber getragen, fester Rhythmus.
Klassisch: Prüfungsgebühr 250 € + Präsenzlehrgang 800–1.200 € + Anfahrt und Verpflegung 100 € = etwa 1.150–1.550 €, bei Vollzeitkurs plus Verdienstausfall. Dafür fester Rahmen und Gruppe.
Das Ergebnis ist in allen Fällen dasselbe Zertifikat der Kammer. Entscheidend ist, ob die Vorbereitung dich durch beide Prüfungsteile bringt.
Eine seriöse Gehaltsprognose gibt es nicht, und Zahlen dazu, wie viel mehr Ausbilder verdienen, sind selten belastbar. Sicher ist: Ohne nachgewiesene berufs- und arbeitspädagogische Eignung darfst du in den meisten Fällen nicht als Ausbilder bestellt werden. Der Schein ist also die Eintrittskarte, kein Gehaltsversprechen. Er kann für Betriebe wertvoll sein, die Fachkräfte selbst ausbilden wollen, und für Mitarbeiter, die in Richtung Meister, Fachwirt oder Führung planen. Wer unsicher ist, ob er alle Anforderungen erfüllt, sollte vorher die Voraussetzungen durchgehen.
Je nach Weg etwa 200 bis über 1.500 €. Der feste Teil ist die Prüfungsgebühr der Kammer, dazu kommt die Vorbereitung, die du frei wählst. Mit Online-Material kommst du oft mit unter 500 € aus, mit Präsenzlehrgang liegst du eher bei 600 bis 1.500 €.
Je nach Kammer meist grob zwischen 150 und 300 € für beide Prüfungsteile. Den genauen Betrag findest du in der Gebührenordnung deiner IHK. Handwerkskammern setzen ihre Gebühren ebenfalls selbst fest.
Nein. Die Zulassung zur AEVO-Prüfung setzt keinen Kurs voraus. Du kannst dich selbst vorbereiten, mit Büchern, Online-Material oder einem Kurs. Wichtig ist, dass du beide Prüfungsteile übst.
Häufig ja, wenn der Betrieb dich als Ausbilder einplant. Klär das vor der Anmeldung und halte fest, ob es eine Rückzahlungsklausel gibt.
Ja, bei beruflicher Veranlassung. Als Arbeitnehmer setzt du die Kosten als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung an, als Selbstständiger als Betriebsausgaben. Bereits erstattete Beträge darfst du nicht doppelt geltend machen.
Möglich sind der Arbeitgeber, Bildungsurlaub, in Einzelfällen ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder regionale Programme. Aufstiegs-BAföG fördert die AEVO nicht allein, aber unter Umständen als Teil einer Aufstiegsfortbildung wie Meister oder Fachwirt. Frag vor dem Kauf nach.
Für den nicht bestandenen Prüfungsteil fällt bei der Wiederholung in der Regel erneut Gebühr an. Wie bestandene Teile angerechnet werden, steht in der Prüfungsordnung deiner Kammer.
Die Prüfung selbst ist immer gebührenpflichtig. Die Vorbereitung kannst du mit kostenlosem Material und Bibliotheksbüchern sehr günstig halten, einzelne Betriebe oder Förderprogramme übernehmen auch die Prüfungsgebühr.
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